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Wenn man das Glück gefunden hat.

Ich war lange unglücklich. So mit 13, 14, und dann Jahre lang. Immer wieder. Gefangen in einem Unglück, das sich an mir festkrallte, und immer wieder versuchte sich tief in mein Leben zu verbeißen. Ich habe vieles dafür getan, um mich selbst unglücklich zu machen. Ich konnte lange nicht annehmen, dass das Glück nun da ist, an meine Tür geklopft und sich nieder gelassen hat.

Aber nun ist es so. Das Unglück, die ganz große Traurigkeit, spielt nur noch eine winzige Rolle in meinem Leben. Ich lächle oft, und meistens meine ich es so. Ich bin freundlich zu Menschen, weil ich es gern bin, weil Menschen gern zu haben gelernt habe. Ich muss manchmal kurz inne halten, um zu begreifen, dass all das wahr ist.

In 31 Tagen werde ich heiraten. Einen Mann, der es seit 8,5 Jahren mit mir aushält, mich hat wachsen sehen und wachsen lassen. Wir werden eine riesige Party feiern, und alle freuen sich mit uns. Unsere Freunde, unsere Familien- jeder fragt, wo er anpacken, was er beitragen kann. Jeder ist aufgeregt, und aufgeregt bin ich auch. Er ist dann mein Mann und ich bin seine Frau, und trotz geschiedener Eltern kann ich daran glauben, dass wir das bleiben, bis wir sterben.

In 3 Monaten beginne ich meinen absoluten Traumjob. Ich habe 5 Jahre studiert, 2 Jahre war ich im Referendariat und ich habe Wochen und Monate in der Bibliothek verbracht, damit das nun passieren kann. Ich freue mich auf die Verantwortung, die Herausforderung, die Aufgaben, das Arbeiten als solches.

Ich habe alles, was ich mir je gewünscht habe.
Es ist vielleicht tatsächlich so...
Happy is what happens, when all your dreams come true.
12.7.17 13:40


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Ich koche Suppe. Ich schneide Karotten, und Sellerie, und ich hacke Petersilie. Alles kommt zusammen in einen Topf und am Ende dampft und duftet es.
Ich schenke Wein in große Gläser.
Wir sitzen auf unserer Couch, mit den Gläsern und der Suppe und ich frage ihn, wie sein Tag war. Ob ich etwas für ihn tun kann. Ich bin eine gute Freundin.

Aber ein Teil von mir findet nicht zurück in unseren Alltag, den ich wunderschön finde, nicht langweilig, nicht nervig, einfach nur schön.
Ein Teil von mir weigert sich.

Und träumt von rastlosen Nächten, Piratenschiffen und U-Bahnfahrten durch fremde Großstädte.

Wann hab ich aufgehört, eine Wohnung über einer Jazz Bar bewohnen zu wollen? Ist das die früheste Midlife-Crises aller Zeiten oder einfach nur meine innere Steppenwölfin?

Ich streue ihr Schlafmittel ins Futter und sehne mich nach Ruhe.
29.1.16 19:27


Kalte Asche.

In meinem Magen liegt kalte Asche. Ein Klumpen, der die Schleimhäute überzieht. Sich hochwürgt, durch die Speiseröhre, als bitterer Nachgemack in meinen Mund. Keine Schuld könnte kälter sein. Kein Schmerz wäre dumpfer.

Die kalte Asche inhaliere ich durch die Luftröhre in meine Lunge. Dort verklebt sie, was sie findet, und ein dumpfer Husten tritt anstelle meines Lachens. Ich ringe nach Klarheit.

Meine Finger, meine Zunge, meine Füße- die kalte Asche kriecht in jede noch so winzige Extremität. Das taube Kribbeln verrät mir- sie ist angekommen. Von nun an ist meine Haut Sandpapier und jede Berührung das Glimmen einer Zigarette. Warmer Rauch, der in den kalten zieht. Ein Kreislauf aus Widerwillen und Widerlichkeiten.

Die Nächte waren lange nicht so dunkel wie jetzt.
Der Frühling, der schon im Januar an mir vorbei zieht, ein Trugschluss.
Ich weine rauchige Tränen an seiner Brust.
26.1.16 18:07


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