coffeelove
Ich koche Suppe. Ich schneide Karotten, und Sellerie, und ich hacke Petersilie. Alles kommt zusammen in einen Topf und am Ende dampft und duftet es.
Ich schenke Wein in große Gläser.
Wir sitzen auf unserer Couch, mit den Gläsern und der Suppe und ich frage ihn, wie sein Tag war. Ob ich etwas für ihn tun kann. Ich bin eine gute Freundin.

Aber ein Teil von mir findet nicht zurück in unseren Alltag, den ich wunderschön finde, nicht langweilig, nicht nervig, einfach nur schön.
Ein Teil von mir weigert sich.

Und träumt von rastlosen Nächten, Piratenschiffen und U-Bahnfahrten durch fremde Großstädte.

Wann hab ich aufgehört, eine Wohnung über einer Jazz Bar bewohnen zu wollen? Ist das die früheste Midlife-Crises aller Zeiten oder einfach nur meine innere Steppenwölfin?

Ich streue ihr Schlafmittel ins Futter und sehne mich nach Ruhe.
29.1.16 19:27


Werbung


Kalte Asche.

In meinem Magen liegt kalte Asche. Ein Klumpen, der die Schleimhäute überzieht. Sich hochwürgt, durch die Speiseröhre, als bitterer Nachgemack in meinen Mund. Keine Schuld könnte kälter sein. Kein Schmerz wäre dumpfer.

Die kalte Asche inhaliere ich durch die Luftröhre in meine Lunge. Dort verklebt sie, was sie findet, und ein dumpfer Husten tritt anstelle meines Lachens. Ich ringe nach Klarheit.

Meine Finger, meine Zunge, meine Füße- die kalte Asche kriecht in jede noch so winzige Extremität. Das taube Kribbeln verrät mir- sie ist angekommen. Von nun an ist meine Haut Sandpapier und jede Berührung das Glimmen einer Zigarette. Warmer Rauch, der in den kalten zieht. Ein Kreislauf aus Widerwillen und Widerlichkeiten.

Die Nächte waren lange nicht so dunkel wie jetzt.
Der Frühling, der schon im Januar an mir vorbei zieht, ein Trugschluss.
Ich weine rauchige Tränen an seiner Brust.
26.1.16 18:07


Rastlos.

Zwei Nächte hab ich nicht geschlafen. Ein paar unruhige Stunden, in einem zu harten Bett, ohne seinen Atem in meinem Nacken, sonst nur Alkohol, sonst nur Suche nach Wachheit oder Schlaf oder einem kleinen Moment Amusement.

Ich fühle mich kaum, hinter all dem Lachen, den Blicken und den einstudierten Sätzen, die ich solange auswendig gelernt habe, bis ich sie selbst zu glauben begann. "Das hier bin nun ich."

Die Sehnsucht nach Normalität wächst. Mal ins Kino, mal auf die Couch, seltener Tanzen im Regen und Schnee. Und gleichzeitig grinst meine innere Steppenwölfin, fletscht ihre Zähne und lauert auf ihren großen Moment. Wenn ich alles um mich herum zerschlage und wieder bereit bin, die Kontrolle völlig zu verlieren.

Es ist zu viel Gefühl, das keinen Platz hat, keine Worte findet. Es ist so viel Gefühl, dass die Chance auf Ruhe wie die Chance auf Glück weit fort rückt.

Noch immer vermisse ich ihn jeden Tag wenigstens eine Sekunde.
20.1.16 19:51


 [eine Seite weiter]
Kaffee.
Löffel.
Milch.
Zucker.
Bohnen.
Süßstoff.
Kaffeesatz.
coffee.to.go.
Gratis bloggen bei
myblog.de