coffeelove
I am done with my graceless heart

"So tonight I'm gonna cut it out and then restart
Cause I like to keep my issues drawn
It's always darkest before the dawn!"

Florence and the Machine singt, was ich fühle. Ich möchte die Nächte zu diesem Lied durchtanzen, danach meine blutenden Füße hochlegen und Tage durchschlafen. Ich möchte all meine Ruhelosigkeit ausleben, und gleichzeitig will ich zur Ruhe kommen, endlich.

Er fehlt mir, er fehlt mir jeden Tag, und das ist die eine Wahrheit, die es mir unmöglich macht, wieder ruhig zu werden. Es fühlt sich an wie vor 6 Jahren, nur dass ich jetzt mehr weiß, mehr Erinnerungen habe, mehr Gefühle erinnere. Es ist seine Tiefe, in der ich hängen bleibe, ein ums andere Mal, und die ich so nirgends wiederfinde. Es ist seine Depression, die mir jeden Tag fehlt, weil sich die meine so allein fühlt.

All das Leben in mir rennt durch die fliehenden Tage und Nächte, all der Schmerz in mir bleibt hängen, an seinem Gesicht, an seinem letzten Blick.

Ich weiß, dass das hier die Dunkelheit ist, bevor die Sonne wieder aufgeht. Ich spüre schon ihre ersten Strahlen, vorgestern, gestern, wie Küsse auf meiner Haut. In einem Atemzug kann ich sagen: Es geht mir gut. Es geht mir nicht gut.

Und nichts ist gelogen.
19.4.12 12:54




Es ist nun mal so.

Meine Depression vermisst Ihn.
Sie macht langsame Musik an, ruhige Musik, traurige Musik, und wiegt sich im Takt und denkt daran, wie es war ihn zu verlieren. All die vielen Male. Sie denkt nie an das Glück, das es nicht gab. Sie vermisst das Glück nicht. Deshalb ist sie meine Depression.

Seit Wochen muss sie an Junis Textzeilen denken:
"Ich hab unsre Träume begraben,
in der dreckigsten Stadt dieser Welt.
Denn das, was du willst, sollst du haben,
aber frag nicht, ob mir das gefällt."

Es gefällt mir. Bloß meiner Depression nicht.
31.3.12 20:06


Er verschwindet.

Die Tage vergehen. Ich denke nichtmal mehr jeden Tag an ihn. Ich komme wieder in der Realität an und lächle ein bisschen spöttisch über mich selbst, wenn ich dran denke, wie ich weinte, wegen einem Mann, der nie mehr war, als eine Illusion. Möglicherweise: Ein Jagdobjekt.

Wenn, dann hatte ich es immer zu leicht mit den Männern. Ich war nie lang allein. Es gab nie eine Zeit, in der es niemanden gab, der darauf wartete, dass ich ihn will. Er war der Einzige, der je Nein gesagt hat. Danach hörte ich viele Male Ja, aber nie ein Nein. Ich durfte unpässlich sein, zickig, ein Biest, eine Hure, langweilig, unentschlossen, untreu, egoistisch, depressiv, wirr, verrückt- ich habe es nie wieder geschafft, jemanden zu vertreiben, bevor ich mit ihm fertig war. Es gibt keine Woche, in der mich kein Mann anspricht und bittet, mit ihm Kaffee trinken zu gehen. Ich bin verwöhnt, was Männer angeht. Was Menschen angeht. Das klingt furchtbar, aber es ist schlicht so.

Er ist der eine, an dem ich mir meine Zähne ausgebissen habe. Damals, als ich noch nicht viel von all dem verstand, und heute, wo ich ganz vergessen hatte, wie es sich anfühlt, den anderen mehr zu wollen. Einfach: Mehr.

Ich wollte ihn so sehr.
Vielleicht schlicht, um ihn zu haben.
Um die Bilanz zu bereinigen.

Und nun, wo ich beginne, zu begreifen, dass er vielleicht nicht mehr war, als das, als eine ungerade Zahl, wo sonst nur gerade stehen, belächle ich mich selbst, wegen all des Dramas.
18.3.12 17:09


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