coffeelove
Ich wünsche mir manchmal.

Er würde nicht mehr existieren.
Den Tod wünscht man ja niemand.
Aber ich wünsche mir manchmal, er wäre nicht mehr da, einfach so.
Nicht aus Hass. Verbitterung. Wut. Traurigkeit.
Nur, um endlich meine Ruhe zu haben, vor all den Narben, die aus Wunden entstanden, welche er mir zugefügt hat.
So jucken sie, nicht täglich, nicht dauernd, aber doch oft genug.
Und so kann ich es nicht lassen, manchmal selbst an ihnen zu zerren, bis sie aufplatzen und wieder Wunden werden.
Ein ewiger Kreislauf.
Eine Spirale.

Ich sag ja,
manchmal wünsche ich mir, er würde nicht mehr existieren.
Und das ist nicht mal böse gemeint.
4.11.15 18:39


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Der Sommer geht zu Ende...

Draußen sind es schon jetzt, um halb 11 Uhr morgens, knapp 30 Grad. Es ist wahrscheinlich der letzte heiße Tag- der Sommer geht zu Ende.

Und was für ein Sommer. Ausgekostet bis ins Letzte.
Grillen am Main mit billigen Einweg-Grills, laue Abende auf S. Balkon mit Wodka und Cola, was keine gute Mischung ist, Picknicks im Park mit dem Einen oder den Mädels, durchtanzte Nächte, lange Jogging-Runden und schweißtreibende Workouts an Parkbänken.
Sein Heiratsantrag am griechischen Strand. Mein "Ja".

Ich lebe momentan bis in die letzte Faser meines Körpers- die Tage sind ausgereizt, die Nächte verbringe ich zu selten einfach mit Schlaf. Dass ich mich noch mal so fühlen würde, wild, und frei, und angstlos, hätte ich nicht geglaubt. Es ist vielleicht sogar noch besser als früher, als ich jung und orientierungslos war. Ich habe ihn, an meiner Seite, ich weiß wo ich hin will, ich tue was dafür. Den Rest der Zeit lebe ich. Ich bin noch immer jung, aber angekommen.

Der Herbst kommt, und ich fürchte mich nicht vor ihm. Gemütliche Abende auf der Couch, meine kalten Füße in seinen warmen Händen, weniger Wodka, mehr Rotwein, Singstar-Abende, den Sonntag einfach mal im Bett bleiben, Kürbissuppe- das wird auch ne wunderbare Zeit.

Glück ist am Ende eh, was man draus macht.
Und heute werde ich die Sonne noch mal genießen.
31.8.15 10:39


Sommer in den Bergen.

Frankfurt war uns zu heiß geworden. Die Schwüle drückte, die Autos rauschten und er erstickte an seinem Arbeitskram, ich ächzte unter meinen Akten. Was blieb war die Flucht, das Davonstehlen - 6 Zugstunden später kamen wir ins Idyll. Postkartenwelt, und wir, hineingefallen.
Das alte Haus knarzt, der Herd braucht ewig um den Käse im großen Topf zu schmelzen, die Betten quietschen. Um uns herum die Berge, aus jedem Fenster ein anderer, jeden Tag erklimmen wir einen anderen.
Er hält Schritt, er spornt mich an, er hält mich oben fest, als wir angekommen sind und die Höhenangst unermesslich wird. Wir verbrennen unsere Haut am Fuß des Gletschers. Wir treffen die Kühe, deren Milch wir in unseren Kaffee schütten. Wir sind gemeinsam sprachlos im Angesicht all dieser Wirklichkeit, weit weg von digitalen Erlebnissen. Mir schwindelt nicht nur aufgrund der Höhe.

Ich verliebe mich innerhalb von 7 Tagen 20 mal neu in ihn. Er läuft hinter mir und verliebt sich 20 mal neu in meinen Po. Und in mein Lachen, wenn wir mit den Wolken auf Augenhöhe sind, ganz plötzlich.

Als wir den Zug zurück nehmen, lege ich meine schmerzenden Beine über seine, höre Jupiter Jones und schaue ihm beim Kreuzworträtseln zu.

Mein Weltenentdecker. Mein Lebensretter. Mein Mann.
14.8.15 19:40


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